Das Resümee von Kai Herzer, Rico Holz und Alexander Rose

 

Mittwoch

 

Endlich ist es wieder soweit. Neues Jahr, neues PartySan, neuer Krach. Aber eben auch alte Vorfreude um das Wissen, dass es wohl wieder ein Wochenende voller herausragender Konzerte, Entdeckungen und Überraschungen der ein oder anderen eigens unbekannten Band und natürlich auch Wiedersehen mit alten Bekannten und auch Kennenlernen ganz neuer Gleichgesinnter wird. Deshalb geht es nach der Anmeldung auch direkt auf den Zeltplatz. Eins zwei fix wird alles zum Überleben fürs Wochenende hergerichtet und bei den ersten Kaltgetränken das kommende Festivalwochenende schon mal durchgeplant und fachgesimpelt. Und was natürlich nicht fehlen darf an solch einem Mittwoch. Der obligatorische Abstecher ins Partyzelt, der eigentlich nur mal kurz ne Bierlänge dauern sollte und doch jedes mal wieder bis zum nächsten Morgen dauert. Immer wieder schön. So wird sich schon mal mit allen anderen Besuchern und Durstigen auf das Wochenende bei bester Unterhaltung aus der Dose auf die kommenden Tage eingestimmt.

 

 

Donnerstag

 

Der erste Tag mit Livemusik steht an. Endlich gibt es was Handgemachtes auf die Ohren. Aber natürlich kann solch ein Tag erst nach einem ausgedehnten Katerfrühstück und Guten Morgen Bier starten. Denn wie jeder weiß, der erste Abend ist der schlimmste. So geht es gestärkt und motiviert aufs Festivalgelände um die ersten Klänge zu genießen. Was natürlich nicht fehlen darf ist das Abfeuern der Haubitze neben der Bühne. Nun wissen auch die entfernteren Nachbarn das es los geht und somit ist auch der Startschuss für ein metallisches Wochenende gegeben.

Wie jedes Jahr wird das bewährte Prinzip mit einer Haupt- und einer Zeltbühne gewählt. Hierdurch werden Überschneidungen der einzelnen Bands ziemlich gering gehalten und man kann eigentlich nichts an Krach verpassen, außer natürlich durch eigenes Verschulden wie erhöhter Getränkekonsum oder zwischenmenschlicher Austausch.

 

Als erstes geben sich SLAEGT die Ehre und eröffnen das PartySan. Die Dänen wissen zu überzeugen und machen, gerade in einer so schwierigen Position, als Opener eine durchaus gute Figur. Der Mix aus Heavy-, Death-, als auch Black Metal macht einiges her. Es wird gnadenlos ein Brett nach dem anderen abgezogen und das lockt eben auch die Besucher vor die große Bühne, welche sich so langsam zahlreich versammeln um den Dänen zu huldigen.

 

INCANTATION gehören zum alten Eisen und zeigen dementsprechend auch gekonnt wie Death-Metal geht. Hier wird einfach gnadenlos durchgewalzt und einmal quer durchs gesamte Bandreportoire geführt. Das belohnen die Fans natürlich auch entsprechend mit zahlreichen kreisenden Köpfen. 

 

Als nächstes steht CRAFT auf der Liste. Hier wird  Black Metal aus Schweden geboten, welcher schön monoton aber auch punkig angehaucht rüber kommt. Darkthrone lässt grüßen. Dementsprechend wird hier ordentlich gekeift und Gas gegeben. Aber so richtig will der Funke bei der dargebotenen Show nicht überspringen. Der Auftritt verläuft sich leider etwas und zündet nicht wirklich komplett. Trotz allem ein stabiles Brett.

 

Im Gegensatz dazu kommen als nächstes ASCENSION an die Reihe. Ebenfalls dem Black Metal verschworen wird es hier jedoch sehr okkult und mystisch. Die Deutschen Schwarzmetaller nutzen die ihnen, durch die langsam eintretende Dämmerung, zur Verfügung gestellte Atmosphäre auf der Bühne. Hier wird durch dichte Nebelschwaden ein mitreißender Klangteppich erzeugt, welcher durch scheppernde Blastbeats und dem tragenden sonoren Gekreische des Sängers eine ansprechende Aura erzeugt. Hier wird ganz klar überzeugt und die Jungs wissen zu begeistern. Top.

 

Die Black-Death Metal Truppe BELPHEGOR aus Österreich rund um Frontmann Helmuth steht an der Tagesordnung. Hier wird vom Bühnenbild einiges geboten und so wird hier alles mit umgedrehten Kreuzen und allerhand Schädeln drapiert und auch mit Pyrotechnik nicht gegeizt. Mit Geschwindigkeit und Aggression wird hier wie gewohnt nicht gegeizt und ein Blastbeat mit dazugehörigem Gitarrengequäle folgt dem nächsten. Heinz ist heute gut drauf und dementsprechend würdigt es das Publikum und geht voll mit.

 

Mit TRIUMPH OF DEATH folgt eine Tribute-Band für das Urgestein Hellhammer. Natürlich darf dafür Einer nicht fehlen. Das Aushängeschild und Originalmitglied Tom Gabriel Warrior bittet zum Abgehen. Geboten wird hier eine Interpretation der beiden Klassiker "Satanic Rotes" und "Triumph of DEATH". Wer die, für viele Bands, wegweisenden Platten kennt, weiß was ihn erwartet. Hier gibt es schwarzen und räudigen Rock'n'Roll der mächtig Spaß macht. Nicht nur die Musiker auf der Bühne sind motiviert, auch das Publikum lässt sich mitziehen. So entsteht eine Symbiose zwischen Band und Hörerschaft, welche viele kreisende Köpfe und frohlockende Metallerherzen zurück lässt.

 

Den Headlinerposten für diesen Abend bestreiten die Schweden HYPOCRISY. Was hier rund um Peter Tätgren und Mitmusiker abgeliefert wurde, war einfach nur bombastisch. Der Sound war druckvoll von Anfang bis Ende und es wurde querbeet durch die Klassiker gespielt. Sozusagen ein Best of der Hits dieser Death Metal Herde geliefert. Und dies wurde mit einer entsprechenden Bühnenpräsenz und -show untermalt welche selten so professionell rüber kommt. Hier sitzt einfach jeder Ton. Es wackeln die Köpfe als würde es kein Morgen geben und über die gesamte Konzertlänge ist die Stimmung einfach nur am Kochen. Megageil.

 

Leider neigt sich auch dieses Konzert irgendwann dem Ende und somit war es das auch für den Donnerstag. Ein phänomenaler Auftakt auf jeden Fall für das bevorstehende Wochenende. Jetzt bleibt natürlich nur noch eins übrig. Ab ins Partyzelt, Musik aus der Dose genießen, alte und neue Gesichter treffen und Cuba Libre und Bier im angenehmen Wechsel vernichten. 

 

 

Freitag:

Erst mal ein Konterbier und ein Lachsbrötchen dann zu Bühne und bei Gutalax ein fachgerechtes Fruhstück geniesen. Hier kann man bei gepflegtem Grindcore den Gestörten vor und auf der Bühne, wahlweise mit oder ohne Klobürste zu sehen. Was für guter Morgen, das läst auf mehr hoffen.

Midnight sind dann am Nachmittag unsere erste Wahl. Ihre Mischung aus Heavy und Black Metal mit einem Schuss Rock´n Roll ist eine schöne Abwechslung. Die Band strahlt, wie keine andere, Gefahr aus und zelebriert Zerstörung, Gewalt und Brutalität.

Krisiun aus Brasilien setzen dagegen wieder auf Geschwindigkeit und Technik. Schon verrückt was für eine Keule die drei Brüder schwingen. Da bleibt kein Auge trocken.

Arkona sind eine der melodischsten Bands des Festivals. Ihr in Ihrer Muttersprache vorgetragener Pagan Black Metal mit Flöten und Schackpfeifen und ihrer schamanenhaften Frontdame Mascha passt vielleicht nicht ganz zum militärischen Image des Festivals, bietet aber genug Brutalität und trotzdem Eingängigkeit. Gerne wieder.

Im Zelt geht es weiter mit den Death Metal Aufsteigern von Nekrovault. Hier kann sich so manche Genre-Größe in Sachen Leidenschaft eine Scheibe abschneiden, denn die Memminger leben, was sie tun. Entsprechend viele Zuschauer zieht es vor die kleine Bühne. Dort gibt es, im wahrsten Sinne des Wortes, eine geile Wand aus angeschwärztem Death Metal zu erleben, der ab und zu in faulige-doomige Gefilde abtriftet. So ist es nicht verwunderlich, dass nach der Show alle verfügbaren Pommesgabeln nach oben gehen.

Nun besteigen Rotting Christ die Brettern. Ihr melodischer Black Metal mit Thrash-Anleihen geht eigentlich immer. Sie spielen Ihr Set schon ordentlich runter doch holten Sie mich nicht wirklich ab.

Ein ähnliches Problem habe ich bei den Polen von Mgla. Ihre Songs haben nicht einmal Namen, sondern nur Nummern, die zum besseren Verständnis immer mit den Album Titeln erwähnt werden. Da die Jungs aber keine Ansagen ans Publikum machen kommt auch hier keine rechte Stimmung auf. Leider scheint auch das Wetter nicht ganz so begeistert zu sein, denn es fängt gut an zu regnen. Dann halt erst mal ins Zelt ein paar Bierchen ordern. Draußen entert derweil Deicide die Bühne und können von Glück reden, dass trotz des Wetters eine   ordentliche Menschenmenge vor der Bühne wartet.

Immerhin bekommen die Besucher des PARTY.SAN überhaupt in den Genuss eines Auftritts der Mannschaft um Glen Benton: Ihren Auftritt auf dem Brutal Assault Festival musste die Band am Vortag wegen eines verpassten Flugs absagen. Doch in Schlotheim stehen die Musiker pünktlich auf den Brettern und machen keine Gefangenen. Bei gewohnt geiler Lichtshow präsentieren sich Deicide in höchst Form. Was nicht immer so ist. Glen Benton ist heute vergleichsweise agil. Ihm gelingen die abgrundtiefen Growls ebenso wie einige fiese höhere Screams. Und wer möchte sich schon über den Regen beschweren, wenn Klassiker wie „Once Upon The Cross“ und „Sacrificial Suicide“ aus den Boxen schallen?

 

Samstag

Den Freitag haben wir recht gut überstanden.Aufstehen,Zähne putzen und dann zum Frühschoppen vor die Hauptbühne.Hier spielt nun VULVODYNA.

(vaginale Enzündung Autsch)Die südafrikaner überzeugten Mich mit ihrem durchaus technischen brutalen SLAM-DEATH.Weiter so.

SVARTIDAUDI Die BLACK METALER aus Island bringen einen fast melodischen sehr eingänigen Sound rüber.Um auch im Trend zu bleiben,tauschten Sie ihre Sackkaputzen gegen Make-up ein.

Die grichischen Jungs von SUICIDAL ANGELS hauen nun den Leuten ein bischen TRASH um die Ohren.Da aber ab und zu in ihrer Musik ein paar melodische Einschläge sind, klingt es nicht ganz so stumpf.

Die als etwas schwer zugänglich geltenden OLDSCHOOL-DEATH METALER von IMMOLATION betraten nun die Mainstage.Songs wie "WORLD IN AGONY"sind schon ziemlich technisch aber nie zu frickelig. Mir hats persönlich gefallen.

Auf ins Zelt zu DAMMATION DAFACED.Die Jungs haben eine schöne Mischung zwischen MELODIC DEAHT METAL,MODERN  METAL und klassischen DEATH.Eine Chellistin,begleitete zur Mitte des  Sets die Band für mehrere Songs.Auch mal was anderes dass man nicht so oft beim PARTY SAN OPEN AIR höhrt.Also Daumen hoch.

Nun auf zu DESTRUCTION Die Oldstars des TRASHMETALS.Gitarrenriffs auf den Punkt gespielt. Damir Eskic an der 2.Gitarrer hat sich mitlerweile gut in die Band eingespielt. Mit Songs wie"THE BUTCHER STRIKES BACK",war die Setlist nicht schlecht.Aber der Sound war über weite Strecken einfach nur übel.

Ab ins Zelt zu UNDERGANG.Zumindest ist der Sound hier besser als bei DISTRUCTION. Der grobe Death-Metal Sound mit zwischenzeitlichen Black-Metal-Keifereien ist mal

was anderes. Warum nicht!

Das die schwedische BLACK-METALER NAGFLAR,ein "Proplem"mit Sonnenlicht haben, kann man sich denken.Der leicht BAGANISCHE BLACK METAL wäre im Schutze der

Finsterniss,gewaltiger rübergekommen.Trotzdem lieferten Sie ein gutes Set ab.

Bei einbruch der Dunkelheit,heitzten die Jungs von VONSOLSTARFIR, noch mal richtig ein. Mit dem Song "KOHLD"begannen die Jungs um Sänger ADALBJÖRN TRYGGVASON. Ein geiler Gig.Der Gesang und Gitarrensound waren glaasklar.Nur das Schlagzeug kam etwas holprig daher,was wohl auf Monitor-Probleme zurückgehen dürfte. Zum Ende legte Sänger,Adalbjörn Tryggvason" die Gitarre zur Seite und suchte an den Absperrungen des Bühnengrabens den Shakeshand mit den Fans.Mit epischen Feuersäulen endete der Auftritt der Jungs.

 Mit der schwedischen DEATH-METAL-SUPERGROUP BLOODBATH,endete das PARTY-SAN- METAL OPEN AIR 2019.Mit den Worten "Weare BLOODBATH from Sweden"eröffnete ausgerechnet das einzige nicht schwedische Mitglised eine tollen Auftritt.Der Engländer sowie seine Bändkolegen waren mit Theaterblut übergossen. Eine mitreisende Show wurde ordentlich mit Pyro und Nebel umrandet.

Dank geht nocheinmal an das ganze Team, die jedes Jahr ermöglichen dass das P.S.O.A. so reibungslos durchgeführt werden kann.Wiedermal ein tolles P.S.O.A.Wochenende.

Bis zum nächsten Mal.

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